Es begann mit einer kleinen Prüfung in Chinesisch (also Hanjü), nicht in Konversation (das heißt Koujü).
Am Donnerstag (und bitte glaubt mir, wenn ich Di und Mi nicht erwähne, dann war da auch nichts erwähnenswertes) stand wieder eine kleine Busreise auf dem Plan. Und zwar zu dem selben Gebäude, wie auch schon vor exakt einer Woche: Siemens-Tower. Es galt auch, sich mit der gleichen Person zu treffen, wie letzte Woche: Amber, Sekretärin eines Kollegen von Vater. Und O. nahm die gleiche Buslinie wie eine Woche zuvor: 944. Doch damit hörten die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Denn Diesmal war O. nicht alleine unterwegs, sondern hatte aufsehenerregende Begleitung: Teresa aus dem schönen Österreich mit einer hellen Haarpracht, dass man förmlich sah, wie es den schwarzhaargewohnten Einheimischen in den Fingern juckte („Nur ... einmal .... anfassen!!!“). Und diesmal ging es auch um keinen Brief, sondern um ein Paket: Von der Familie!
Mit so vielen schönen Sachen, die man sich natürlich auch zum Teil hier kaufen kann, aber eben nur zum Teil. Und nun muss ich schnell eine Reaktion verfassen, für die Sachen, DIE man sich auch hier kaufen könnte (z.B. Winterjacke, Schal, Handschuhe und Kalender). O.s Gedankengang sieht ungefähr so aus: Er lebt ein Jahr lang in China. Danach kehrt er nach Hause zurück. Was er hier an Gebrauchsgütern kauft, hat er bei seiner Rückkehr doppelt. In Fällen einer Nachttischlampe oder Kehrschaufel und Besen kann man nix machen, so was holt nichtmal er sich gebraucht aus der Heimat. Aber Kleidung! Wenn sich schon die Gelegenheit bietet, warum sollte man dann nicht das verwenden, das man schon hat?
Damit das klar ist, es ist keine Geldfrage. Gerade Kleidung gibt es hier sehr günstig oder gut. Aber man muss immer an den Tag der Rückkehr denken. Da hat man dann eben eine Jacke mehr daheim, oder man lässt sie, die neue Jacke zurück. Oder man gibt noch mal Geld aus, um sie irgendwie doch mitnehmen oder schicken zu können. Und der Kalender, na ja, O. hat schon ein Etui und brauchte nur eine passende Füllung für 2009, warum also einen kompletten Kalender nachkaufen? Dass die Familie dann natürlich einen komplett neuen Kalender mitschicken würde, konnte ja niemand ahnen ...
So, nach Rückkehr in klirrender Nacht, angetan mit dem neuen Schal folgte O. einer Einladung einer Studentin aus dem gleichen Wohnheim, Chanettia (gesprochen Schaniescha)
Besonderer Clou der ganzen Geschichte war die blutige Tigertorte, die zwei Freundinnen dem Geburtstagskind schenkten. Die Aufschrift bedeutete „Vorsicht!“
Am Freitag gab es Heimabend Light. Außer O. kam niemand, und Leru musste leider auch weg. So bestellten sich Faye und O. indisches Essen und plauderten, bis auch sie früher als gewohnt weg musste.
Am Sonntag verabschiedete sich ein Zweig der Kirche von seinem Präsidenten, Heinz Dickens und seiner Frau Debby. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz fühlte sich das Ganze an, wie eine Beerdigung. Naja, zumindest war es jedoch ein Abschied. Und die beiden waren schon zehn Jahre lang in diesem Zweig gewesen! Und kaum kommt O., BUMM!
Mittagsgastgeberin für die JAEs wa
Ach ja, eines noch. Was die größte Auftischung dieser Woche war: bei der Weihnachtsfeier letzten Samstag war eine große Menge Fleisch übrig geblieben ( in der Art dieses „pulled pork“), und Präsident Dickens hatte es O. bildlich gesprochen in den Schoß fallen lassen, sich daran zu erfreuen.
Man müsste inzwischen gelernt haben, dass O. nicht gerne verschwendet oder verderben lässt. Und als keiner etwas von dem Fleisch abhaben wollte, aß er eben selbst eine Woche lang zu fast jeder Mahlzeit Fleisch mit Nudeln. Dadurch erhielt seine Persönlichkeit gleich wieder etwas mehr Gewicht .... in der Gesellschaft.
1 Kommentar:
Kauf einfach die Kleidungen, ich kann dann für dich welche nach Hause bringen, oder du kannst sie einfach bei meinen Eltern daheim in PK da lassen. Oder wenn du wirklich aufjedenfall Geld ausgeben möchtest, kauf halt was für mich. Ich nehme immer gerne Kleidungen......
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