Nun, für frisch gewaschenes Bettzeug.
Für den tollen Taiji-Lehrer, dessen Erklärungen man zwar nicht versteht, der aber trotzdem nicht langweilig ist. Diese Woche war die vorletzte Stunde mit ihm.
Für einen schönen Besuch bei Familie Haslam (die Familie, bei der es letzten Sonntag mexicanisch gegeben hatte. Diesmal waren Joel Taylor und O. alleine bei ihnen, und zwar als Heimlehrer. In der Kirche werden Männer immer zwei und zwei ausgeschickt, um Familien zu besuchen. Das ist unabhängig davon, wer wie wo wohnt und wie die Lage ist. Auf diese Weise lernt man sich gut gegenseitig kennen, und grad wenn man Solo-Leute besucht, kann man mal mit Tatkraft mithelfen, wenn etwas allein nicht zu schaffen ist. Haslams jedenfalls ging es gut, und so blieb es bei einem schönen Plausch.
Für eine frisch gereinigte Sonntagshose.
Für einen kostenlosen Fahhrad-Mietservice, den O. auch gleich zum Shoppen nutzen konnte.
Für einen ganz besonderen, kleinen Videoclip, den man sich auf ku6 oder youku, beides chinesische Pardons für Youtube, anschauen kann. Er handelt von zwei blinden Menschen, die sich in einer U-Bahnstation begegnen und dann über die Welt reden, die ER schon lange nicht mehr, und SIE noch nie gesehen hat. Dieses Video ist so unglaublich rührend, dass O. es immer wieder anguckt (wahrscheinlich, bis er es auswendig kann. Der Titel lautet 路遇 (Lujü), was so viel wie "Begegnung Unterwegs" bedeutet. Wer es versuchen möchte, mögliche links lauten:
http://v.youku.com/v_show/id_XNTM2ODkxMTY=.html
http://v.youku.com/v_show/id_XMTYxMDgzODQ=.html
oder
http://v.ku6.com/show/06q8DCgzEvmtQ_2G.html
Für einen wöchentlichen Heimabend, an dem man sich mit Freunden trifft, was isst und sich austauschen kann. Von den Spielen ganz zu schweigen. Oder wie diese Woche von James Bond: Casino Royale. Beim zweiten mal fand O. den Film viel besser, als damals im Kino. Gibt einem wirklich zu denken ...
Für einen chinesischen Staat, der bei allem Unbehagen mit Religion gestattet, dass Mitglider der Kirche hier ihren Glauben ausüben können. Das muss hier so erwähnt werden, weil am Samstag eine Taufe stattfand. Und wir reden hier von Taufe durch Untertauchen. In geleasten Räumen gibt es kein Taufbecken. Also begann der Versammlung, und alle Anwesenden pilgerten einen Stock höher, in das "Miracle"-Fitnesscenter.
Für eine super Sprachpartnerin, mit der man sich gut versteht, und mit der man spürbaren Fortschritt macht.
Für ein Erntedankessen, dass sich gewaschen hat. Noch am selben Tag fuhr O. mit einem gemieteten Fahrrad quer durch Beijing (auf der Straße, die als einzige die gesamte Stadt ungeknickt durchzieht). Im Heim einer Familie gab es ein Potluck (Essen, zu dem jeder was mitbringt). Und was da an Quantität und Qualität aufgefahren wurde, sprengte Vorstellung und Hosenknöpfe.
Für einen schönen Sonntag, bei dem man am Vormittag geistig und am Nachmittag körperlich gestärkt wird. Diesmal bei Familie Carpenter, und wieder reichlich und lecker. Nach dem Essen packte der Vater, der alte Brettspielfreak das erste Spiel des Jahres aller Zeiten aus und bescherte zwei lustige Stunden.
Und zu guter Letzt, und das muss erwähnt
Für Eltern, die einen hergestellt haben, Geschwister, mit denen man sich super versteht, Freunde in der Heimat, auf die man sich immer freuen kann, wenn man online geht oder an die Rückkehr denkt, Freunde hier in China, die einem so sehr geholfen haben und helfen, und an die man sich wenden kann, wenn man Fragen oder Schwierigkeiten hat. Ja, damit sind alle gemeint, die diesen Blog lesen, denn soweit ich weiß, sind das alles Freunde und Verwandte. Danke euch, und danke für
